4. Innovations-Forum am 09.07.2009 in Berlin-Adlershof
Diese Veranstaltung befasste sich mit dem Thema "Schwergewichte und schnelle Brüter! – Die neuen Innovationstreiber ITK, Service und Dienstleistungen".
 Es diskutierten (v.l.n.r.): Dr. Hagen Tiedtke, GF Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V. (GFaI e. V.); Raymond Horn, GF Optimists Consulting und X-SPEX GmbH; Gerd Appenzeller (Moderator), Redaktionsdirektor des Tagesspiegel und Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins Berlin Maximal; Dirk Stocksmeier, Aufsichtsrat Init AG und stellv. Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Software-, Informations- und Kommunikationsindustrie in Berlin und Brandenburg e.V. (SIBB e.V.); Prof. Dr. Manfred Hennecke, Vorsitzender Jury Innovationspreis Berlin-Brandenburg und Präsident Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
„Was sind überhaupt Innovationstreiber?“, so die erste Frage des Moderators an die Podiumsteilnehmer. Die Antworten - vielschichtig: Die ITK Branche, Kundenbedürfnisse und der Markt, der Mangel, die Unzufriedenheit an Bestehendem. Ohne die Lust am Neuen, großer menschlicher Neugier und der Fähigkeit, Neues auch am Markt zu etablieren, aber geht nichts – so die einhellige Meinung des Podiums. Das Innovationsklima in Deutschland sei durchaus nicht schlecht, so Prof. Dr. Manfred Hennecke. Chancen durch Innovationen müssten jedoch stärker herausgestellt werden, damit es noch besser werde. Dazu gehöre auch eine effiziente Innovationsförderung. Daher, so Raymond Horn und Dirk Stocksmeier unisono mit dem Juryvorsitzenden, sei eine steuerliche Berücksichtigung von Investitionen in Innovationen als zusätzliches Förderinstrument wünschenswert und Erfolg versprechend. Warum nicht auch nach dem Modell von Filmfonds Innovationsfonds auflegen? Kritik dazu von Dr. Hagen Tiedtke, der damit eine noch kompliziertere und langsamere Förderbürokratie befürchtet, schließlich sei es heute schon so, dass Förderung bekäme, wer am besten Formulare ausfüllen könne. Dem wiederum pflichtete das Podium komplett bei. Einigkeit auch dabei, dass bei den zahllosen existenten Innovationsnetzwerken und Fördermöglichkeiten nach wie vor eins zu kurz kommt: Der innovative Klein- und Mittelstand selbst. Den stärker zu interessieren und einzubinden, müsse neben dem Nachdenken über steuerliche Vorteile durch Innovationen vorrangige Aufgabe der Wirtschaftspolitik sein.
3. Innovations-Forum am 02.07.2009 in Cottbus
Leuchttürme und Innovationsketten - Spitzenimpuls in die Breite: Unis, Hoch- und Fachschulen als Kerne regionaler Innovationskraft 
Um dieses Thema drehte sich das 3. Innovationsforum am 2. Juli 2009 in der BTU Cottbus (v.l.n.r.): Prof. Dr. Stefan Zundel, Vizepräsident Forschung u. Technologietransfer FH Lausitz/Senftenberg; Prof. Dr.-Ing. Günter Busch, Brandenburgische Technische Universität Cottbus - (BTU), Lehrstuhl Abfallwirtschaft, Innovations-Projekt: Biogasanlage; Dr.-Ing. Peter Hemmann, Gesellschafter und Geschäftsführer der STG (Software & Technologie Glas) GmbH, Cottbus; Dieter Schulz (Moderator), Chefredakteur der Lausitzer Rundschau; Dr. Steffen Kammradt, Geschäftsführer ZukunftsAgentur Brandenburg (ZAB); Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer Industrie- u. Handelskammer (IHK) Cottbus Fazit des 3. Innovations-Forums: Es braucht lebendige Plattformen, damit Unis und Hochschulen mit der Wirtschaft zusammen kommen. Oft, so Dr. Hemmann, wüssten Forschungseinrichtungen und Unternehmen noch zu wenig voneinander, von ihren Bedürfnissen und Potenzialen. Er selbst habe einige Anläufe gebraucht, um mit der BTU Cottbus zu kooperieren. Prof. Dr. Zundel stellte für die erfolgreiche Transferarbeit der FH Lausitz vor allem zwei Dinge heraus: Das persönliche Interesse und Engagement eines Hochschulprofessors für das Problem und Projekt des Wirtschaftspartners und eine perfekte Chemie zwischen den handelnden Personen. Ähnlich beschrieb Prof. Dr. Busch das Erfolgsrezept des Projekts Biogasanlage, verwies aber auch darauf, dass die BTU auf dem Wege der eigenen Etablierung auch Grundlagenforschung betreiben müsse, aus der selten im ersten Zug praktische Innovationen entstehen. ZAB-Geschäftsführer Dr. Kammradt betonte, dass es für Ziel führende Innovationskooperationen zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Unternehmen Information und Transparenz braucht. Dafür erarbeite die ZAB gerade einen Referenzkatalog, der u.a. Lehrstühle und Forschungsbereiche der Brandenburger Hoch- und Fachschulen in Bezug auf unternehmerische Interessen liste - die dokumentierte Vielfalt sei beachtlich. Für die IHK, erklärte Dr. Krüger, sind derartige Rankings und Listungen unverzichtbares Arbeitsmaterial, da die Kammer als Interessenvertreter der Unternehmen der natürliche Vermittler zwischen Wirtschaft, Forschung und Wissenschaft sei.
2. Innovations-Forum am 23.06.2009 in Frankfurt (Oder)
Handwerk, Klein- und Mittelstand der Wirtschaftsregion Berlin-Brandenburg haben ein beachtliches innovatives Potenzial. Wie man das gewinnbringend nutzen sowie durch Förderung und Kooperationen mehren kann, war Thema des 2. Innovations-Forums Berlin-Brandenburg am 23. Juni 2009 in der Handwerkskammer Frankfurt (Oder).

Es diskutierten (v.l.n.r.): Klaus Windeck, Geschäftsführer & Inhaber Metallbau Windeck GmbH; Katja Krüger, Krüger Metallbau GmbH; Wolfgang Zithier, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt (Oder); Wolfram Dürr, Referatsleiter Handwerk und Dienstleistungen im Ministerium für Wirtschaft des Landes Brandenburg; Sven Weickert, Bereichsleiter Hochschulpolitik, Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin-Brandenburg e. V., uvb, und Verband Metall- und Elektroindustrie Berlin und Brandenburg; Prof. Dr. Klaus Dreiner, Dekan Fachbereich Holztechnik der Fachhochschule Eberswalde und Leiter der „Innovationswerkstatt Holz“
„Für das Handwerk sind die bisherigen Innovationspreisträger Bundesliga und mehr.“ Eine Erklärung für die bisher geringe Teilnahme am Wettbewerb von Wolfgang Zithier, Klaus Windeck und Katja Krüger. Dennoch warben alle drei Vertreter des Handwerks: „Erstens sind die innovativen Handwerker keine Unterliga und zweitens kann man nur gewinnen, wenn man antritt“. Das unterstrich auch Wolfram Dürr, der zudem betonte, dass das Handwerk sich seiner Innovationskraft bewusster werden und trotz des aufreibenden Tagesgeschäfts – so sein Appell – die Zeit für die Einreichung zum Wettbewerb um den Innovationspreis finden solle. Kammern und Verwaltung stünden mit Rat und Tat, mit Förderung und Netzwerken zur Unterstützung bereit.
Über Anlaufschwierigkeiten, erste Gehversuche und achtbare Erfolge von Kooperationen zwischen Bildungs- und Forschungseinrichtungen und dem Handwerk berichteten Sven Weickert und Prof. Dr. Klaus Dreiner. Von entscheidender Bedeutung dabei sei es, dass die Akteure beider Seiten mit gegenseitigem Verständnis und Initiative aufeinander zugehen. Was der eine dem anderen geben und wie man sich gegenseitig voranbringen kann, sei der springende Punkt. Schon das erste Gespräch zwischen einem Wissenschaftler und dem Handwerker müsse hier anknüpfen. Stimme dann auch die persönliche Chemie, das unterstrichen die Podiumsteilnehmer unisono, sei die Organisation von Kooperationen mit teilweise verblüffend durchschlagenden Innovationen im Grunde keine Hürde mehr.
1. Innovations-Forum am 09.06.2009 in Potsdam

v.l.n.r.: Georg Bethin, Geschäftsführer AUTEAM GmbH, Innovationspreisträger 2008 mit Verbundprojekt KRISTMAG®, Dr. Manfred Wäsche, Leiter Standortpolitik, Innovation und Umwelt – IHK Potsdam, Dr. Friedrich Köhler, Zentrum kardiovaskuläre Telemedizin Charité Berlin und Leiter Fontane Projekt –Telemedizin, Antje Schroeder, Wirtschaftsredakteurin der Märkischen Allgemeinen Zeitung (Moderation), Reinhardt Oehler, Ministerialdirigent, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung im Ministerium für Wirtschaft Brandenburg, Kristian Kreyes, Bereichsleiter Technologie und Medien InvestitionsBank des Landes Brandenburg (ILB), Dr. Günther Peine, stellv. Leiter BioTOP, Projektmanagement Netzwerke, Berlin
„Ein klares Ja zu Verbundprojekten und ihrer Förderung“, bekräftigten Ministerialdirigent Reinhardt Oehler, Leiter der Abteilung Wirtschaftsförderung im Ministerium für Wirtschaft Brandenburg und Kristian Kreyes, Bereichsleiter Technologie und Medien InvestitionsBank des Landes Brandenburg (ILB). Gerade durch Projekte über die Ländergrenzen hinweg können innovative Potenziale erfolgreich gehoben und Parallelforschung und -entwicklung in Hochtechnologiebereichen vermieden werden. Daher stellen Politik und Fördereinrichtungen für Verbundprojekte auch künftig verlässlich und umfangreich Mittel zur Verfügung. „Wahre Innovationen sind überhaupt nur im Verbund zu realisieren“, betonte Dr. Friedrich Köhler, Leiter von „Fontane“, dem Leitprojekt Telemedizin von Berlin und Brandenburg im Rahmen der gemeinsamen Innovationsstrategie der beiden Bundesländer. Ein komplexer Verbund bringe erhebliche Kompetenzen ein, stelle allerdings auch große Anforderungen an Leitung und Organisation.
„Nur mit versiertem und kompetentem Projektmanagement können Verbundprojekte erfolgreich arbeiten“, formulierte Dr. Günther Peine, stellvertretender Leiter von BioTOP und zuständig für Projektmanagement Netzwerke aus Berlin. Es brauche nicht nur Vernetzung und Kommunikationsfähigkeit im Verbund, sondern auch darüber hinaus. Ohne klare Abstimmung und Zeitplanung sei ein solches Projekt aber nicht realisierbar. Über das konkrete und detaillierte Regelwerk, des erfolgreichen Verbundprojekts KRSITMAG®, das 2008 den Innovationspreis erhielt, berichtete Georg Bethin von der AUTEAM GmbH aus Fredersdorf-Vogelsdorf. „Ein eindeutiges Vertragswerk muss von Anfang an selbstverständlich alle Rechte und Pflichten, Verantwortungen, aber auch die Anteile am wirtschaftlichen Erfolg regeln. Sonst endet ein erfolgreiches Verbundprojekt vielleicht doch unangenehm“.
Definition von Projekt-Milestones, Sollbruchstellen, aber auch kontinuierliches Reporting sind unverzichtbar – so das Fazit der Verbundpraktiker Bethin, Köhler und Peine. Förderung und Begleitung von Verbundprojekten gehören auch zum Aufgabenbereich der IHK Postdam. Dr. Manfred Wäsche, Leiter Standortpolitik, Innovation und Umwelt betonte, dass das IHK-Engagement gerade für den Aufbau von Netzwerken und die Partnerfindung essenziell sei. Auch wenn nicht alle Verbundprojekte am Ende durchschlagenden Erfolg verbuchen können, da eben auch zu ihnen das Eingehen eines gewissen wirtschaftlichen Risikos gehöre, an der Orientierung auf gemeinsame Innovationsprojekte der Region Berlin-Brandenburg führe kein Weg vorbei. |